Die Nacht vom 23.8. auf 24.8. war eine Qual. Durch die Wellen und den Schwell wurden wir permanent in unregelmäßigen Abständen von einer Seite auf die andere geworfen. Gitti ist um 3.00 Uhr aufgestanden , um die Mainpost zu lesen. Diese erscheint im Internet aber erst um 4.00. Das frei gewordene Bett versuchte ich quer zu belegen, um so nicht nur von rechts nach links, sondern auch mal von vorne nach hinten gekippt zu werden. Hat aber nicht viel gebracht.

Wir waren beide froh, als es hell wurde und wir mittels Generator uns einen Kaffee aus der Nespresso-Maschine machen konnten.

Kurze Lagebesprechung mit den Freunden. Da wir in Ciutadella keinen Platz erhalten hatten, Entschluß heute noch nicht nach Menorca, sondern erst nach Polenca im Norden Mallorcas zu segeln. Nach anfänglichem motoren, was auch wichtig ist, um die Batterien wieder zu füllen, hatten wir einen grandiosen Segeltag. Vorbei an der  Cala Ratjada, den nördlichen Bergen mit zerklüfteten Felsen und immer mit einer schönen Brise Wind aus nördlicher Richtung mit 3-4 Beaufort. Wir waren alle glücklich. Unser Freund Jensen kannte sich im Norden und insbesondere im Hafenbecken Polencas gut aus und wies uns im Hafenbecken einen nicht zu flachen Platz mit 3,50 m Tiefe zu. Der Bereich um den Hafen versandet nämlich zunehmend und bei unserer Wassertiefe von 2.07 m  muß man da höllisch aufpassen.

Ankerplatz war ok. Der Wind nicht zu stark, sodaß wir gleich unseren Tender , der vorne auf dem Bug lag, mit der Genuaschot ins Wasser ließen. Unser leichter Suzuki mit 2,3 P.S war schnell montiert und sprang darüberhinaus auch noch sofort an.  Handtuch unters Gesäß, eine Taschenlampe für die Rückkehr, Schuhe und Wertsachen in den wasserdichten Rucksack und der Landgang konnte beginnen. Entlang der Kaimauer und dem Travellift fanden wir promenadennah ein Plätzchen für unser Schlauchboot. Erst Eroski (das ist in Spanien der Begriff für einen Supermarket und nicht für ein Erotikgeschäft), Gitti hatte eine große Liste erstellt. Mit drei voll bepackten Taschen ging es dann zum Abendessen in das benachbarte Restaurant Stay, wo wir zu zweit den Tag nochmal Revue passieren ließen.

Die Nacht war göttlich und wir holten den Schlaf nach, der uns aus den letzten 24 Stunden noch gefehlt hatte.

25.8.2019

Die Nacht war angenehm kühl mit um die 20 Grad. Das Oberschiff aufgrund der nächtlichen Kondensation naß, sodaß wir uns wieder auf die Sonne freuten. Einen Kaffee bei Sonnenaufgang, was gibt es Schöneres.

Um 9.00 Uhr erneut der Anruf im Club Nautic von Ciutadella wegen eines Liegeplatzes. Vertröstung auf 10 Uhr, um dann zu erfahren, daß es wieder nicht klappt. Kurze Beratschlagung mit unseren Freunden. Da diese nicht so viel Zeit hatten, um eine Wetterfront in Menorca auszusitzen, sollten uns hier unsere Wege trennen. Unter Motor ging es dann mit Kurs 85 Grad zu unserem lang ersehnten Ziel Menorca. 3 Stunden motoren, da kaum ein Lüftchen wehte. Zeit für die Welt am Sonntag, die Näharbeiten am Segel etc . Das Meer war glatt und tiefblau. Jeder von uns zwei träumte vor sich hin.

Gegen Mittag kam endlich der vorausgesagte nördliche Wind, sodaß wir mit halben Wind 4-5 Knoten schnell herrlich segeln konnten. Wir hatten die Bucht Macarella im Visier. Unser Stegnachbar Thomas hatte sie uns wärmstens empfohlen. Ankommend gegen 18.00 Uhr wuselte es in der Bucht nur so von Motorbooten von Sonntagsausflüglern und es war gar nicht so einfach, einen geeigneten Platz für unser fast 13m langes Schiff zu finden. Wir legten uns etwas enger zu den kleineren Motorbooten, hoffend, daß diese mit Sonnenuntergang wieder den Heimathafen anlaufen würden. Ab ins Wasser, Anker kontrollieren (der hatte sich gut auf 5,50 m eingegraben, nochmal etwas Kette geben, Ankerklaue anbringen und jetzt schön schwimmen. Währenddessen hatte Gitti schon ein vorzügliches Abendessen vorbereitet, beginnend mit etwas Prickelndem aus der Flasche.

Ein wunderschöner Tag ging wieder zu Ende, ein bisschen im Cockpit lesen, spülen, Abtrocknen, sauber machen, Schreiben und dann war auch schon die Bettschwere da.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Cala Ratjada

 

Kategorien: Logbuch

2 Kommentare

Hubert · 26. August 2019 um 11:47

Ahoi Brigitte und Martin,
jetzt nimmt das Logbuch ja richtig Fahrt auf. Es ist eine Freude so ein wenig Eure Reise mitzuerleben.
Wünsche weiterhin viel Spaß, guten Wind und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.
Hubert & auch Grüße von Angelika

Hubert · 26. August 2019 um 11:55

P.S. Das letzte Bild von Euch beiden stand auf dem Kopf.Da denkt ja evtl. jemand Ihr seid schon in Australien. Hab’s umgedreht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.