Nun hat uns Mallorca wieder. Nachdem wir einen wunderschönen Tag in Mahon, der am Berg gelegenen kleinen pitoresken Hauptstadt Menorcas, verbracht hatten mit Besuch des Fischmarktes und einer angegliederten kleinen Tapa-Bar sowie Vorräte neu gebunkert hatten, ging es am Sonntag um 5.00 Uhr morgends in der Dunkelheit los..

5.00 Uhr Wecker,  einen Kaffee über Landstrom, kurze Wäsche, Anziehen der Schwimmweste, der Einmalleuchtstab für den Fall, dass einer in der Dunkelheit über Bord geht, Instrumentenbeleuchtung, Positionslampen und Navigation sowie UKW an, Schaps und Ventile kontrolliert, Fenster zu, Stomkabel abgedockt, Pasarella eingezogen und verstaut, Motor an.

Gitti hatte vorne eine starke Leuchte , um mir den Weg zu zeigen. Wir hatten vereinbart, einmal Kreisen meiner Leuchte heißt Mooringleine fallen lassen. Zunächst habe ich beide Leinen achtern abgemacht und Gitti das Zeichen gegeben. Dann wartet man noch ein paar Sekunden  bis die Leine auf den Grund gesunken ist, damit die Leine sich nicht in den Bugstrahl – oder auch in den Motorantriebspropeller verfängt. Alles klappte sehr gut und wir waren plötzlich mitten in dem Naturhafenbecken, gesäumt von den Straßenlichter Mahons.

Gegen 5.30 kam uns eine Riesenfähre entgegen und wir wichen sofort in einen kleinen Seitenarm aus. Dann öffnete sich der Hafen Richtung Bucht und weitem Meer. Dämmerung war in Sicht. Ein erhabenes Gefühl. Wir zogen die Rettungswesten aus, machten den Generator für ein Käffchen an und ließen bei wenig Wind noch den Motor etwas laufen. Die Sonne brach am Horizont durch und in diesem Moment waren wir am südlichen Zipfel Menorcas angekommen und schlugen den Weg (243 Grad) Richtung Mallorca ein. Mit der Kursändererung setze auch Wind ein. Zuerst 3-4 Beaufort, dann wurde es mehr und mehr . Die Jackpot rauschte mit 7 Knoten über das Wasser und das Segeln machte einen irren Spaß. Einige Stunden sahen wir weder andere Segler noch das vertraute Land. Bei einem Seeweg von 53 Meilen hatte ich mit 10-11 Stunden kalkuliert. Durch die Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 7 Knoten waren  wir aber schon  nach 8 Stunden in Porto Christo.

Das Andock-Manöver klappte hervorragend, nur den Betonvorsprung in 1,5m Tiefe hatte ich – obwohl im Portbook beschrieben- nicht mehr in meinem Gedächtnis. So kam es zu einem härteren Anprall zwischen Betonwand und unserem Ruder, dass doch 2,07 m tief ist. Hmmmmmm, das war nicht in meinem Sinne.

Zwei nette Nachbarn halfen uns noch beim Festmachen. Jetzt erstmal einen Anleger. Gitti hatte noch ein kühles Corona mit Limone und einen Schluck Cava für uns beide parat. Abends kamen dann noch Freunde aus dem benachbarten Sineu vorbei und wir verbrachten einen netten Abend mit viel Plauschen, gutem Essen im Quinze und einen Bummel durch die Stadt. Da ich vielleicht ein Glas zu viel Wein getrunken hatte, schlief ich um so fester.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kategorien: Logbuch

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