Ciutadella hat uns super gefallen. Nebenbei bekommt man internationalen Kontakt. Unsere Bootsnachbarn in Ciutadella sind aus Südafrika ausgewanderte Australier, die sich vor einer Woche eine 44 Fuß lange Jeanneau (von Reinhard Fendrich) in Mallorca gekauft haben, um damit jetzt mehrere Monate im Jahr im Mittelmeer herum zu schippern. Ein aufgeschlossenes und sehr nettes Ehepaar. Hierbei werden dann Schiffstips, Neuigkeiten, Wetter etc. ausgetauscht.

Trotzdem mussten wir bis 12 Uhr unser Lager verlassen. Wir hatten ca. 3 Beaufort Wind. Beim Auslaufen schimmerten die herrlichen Wochenendhäuser auf der Kante der Klippen. Mit anfänglichem Rückenwind ging es sehr ruhig Richtung Menorcas Südküste, um dann auf Höhe des Leuchtturms auf einen etwas schnelleren Halbwindkurs umzuschwenken. So macht Segeln einfach Spaß. Die Sonne lachte uns kräftig an, auch weil wir das Verdeck nach hinten gezogen hatten und nur noch der Steuerstand im Schatten war. Wir fuhren an vielen kleinen Buchten vorbei. Einige waren schon wieder mit unzähligen kleinen Motorbooten gefüllt. Jeder träumte vor sich hin. Wenige Segelboote waren unterwegs. Nach 2 Stunden legten wir einen kurzen Badestop vor einem schönen Sandstrand ein.

Unser Freund Thomas hatte uns zum Übernachten 2 schöne Buchten genannt, die wir nach einander anliefen. Leider beide overcrowded. Gitti und ich schauten uns an und es war klar, daß wir weiter nach Mahon segelten, wohl wissend, daß ein Mistral im Anzug ist und wir aus diesem Grund spätestens am Sonntag wieder Richtung Mallorca aufbrechen müssen. So fuhren wir an den in der Abendsonne besonders angeleuchteten massiven Felswänden vorbei, suchten uns zwischen der Insel Illa de l`Áire und dem Festland den tiefsten Durchgang und fuhren dann bei Gegenwind und unter Motor in den riesigen Naturhafen von Mahon ein. Durch einen Seitenarm gelenkt kamen wir in eine seichte Bucht, wo wir bei 5 Meter Wassertiefe den Anker fallen lassen konnten. Wir hatten uns auf eine Fischsuppe gefreut, die Gitti seit Tagen vorbereitet hatte. Auf den Märkten hatte sie die verschiedensten Gemüse und auch den in Salz getrockneten Kabeljau gekauft und scheinbar gestern noch ohne mein Wissen verschiedene andere maritime Meeresbewohner.  Sie hatte sehr viel Zeit in diese Suppe gesteckt. Beim warm machen ging leider schon am Anfang unser Gas aus, was bei meiner Frau zu einer explosionsartigen Beschimpfung führte. Um jeden Scheiß am Boot würde ich mich kümmern, nur beim Gas hätte ich keinen Ersatz. Ich hätte gar keine Ahnung wieviel Arbeit (und wahrscheinlich auch Geld) in dieser Suppe steckte.

So nahmen wir stumm gegenüber sitzend ein zweites Frühstück abends ein, wenigstens nicht mit Kaffee, sondern mit Weißwein und einigen Bierchen. Da wir uns erstmal abkühlen mußten, schlief ich heute mal draußen…..

Ich darf Euch verraten, daß wir beide bestens geschlafen haben und heute Morgen  alles wieder in Ordnung ist.

Wir werden heute Mahon erobern, vorher uns noch einen citynahen Liegeplatz suchen und meine Aufgabe wird es sein, eine neue Gasflasche zu besorgen………

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kategorien: Logbuch

2 Kommentare

Markus · 30. August 2019 um 18:34

Gasflasche kaufen hat absolut höchste Priorität! Happy wife, happy life!!! 🙂
Sonst kommt es noch zu der „Meuterei auf der Jackpot ”
LG M.

    Martin Jansen · 30. August 2019 um 19:50

    Mein lieber Bruder,

    Du kennst die Frauen, deswegen habe ich auch heute sofort als erstes frisches Gas besorgt.
    Jetzt muß ich 3 Tage Fischsuppe essen !!!!

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