Nach einer ruhigen Nacht in der Vorhafenbucht von Mahon Cala Taulera und der Versöhnung am Morgen mit Gitti genossen wir das Frühstück im Cockpit. Man beobachtet, was sich so auf den anderen Schiffen tut. So war eine relativ neue Vision 42 (also gleiches Schiff) nebenan, die im Vergleich zu uns  einen großen Bügel achterlich hatte, auf dem Windgenerator, Solarzellen  sowie eine Vorrichtung mit Davids montiert waren, um das Beiboot hochholen zu können. Also noch Verbesserungspotential für unser Schiff. Auf der anderen Seite ankerte ein Brite und genoß wie wir die Morgensonne. Die Mainpost wurde gelesen, Gitti hatte einen Roman begonnen und ich in der Zwischenzeit einen Liegeplatz im Hafen bei Marina Menorca für 14.00 Uhr gebucht.

In aller Ruhe hatten wir das Schiff fertig gemacht und holten  unter Motor den Anker auf. Gitti sah, wie verschlammt und dreckig der Anker war, und gab Kommando den Anker ein paar mal rauf und runter zu lassen, um ihn zu säubern. Dabei passierte es. Der Schäkel am Anker hatte sich offensichtlich gelöst und der Anker fiel ohne Kette auf den Grund, ca. 7 m tief. So, was jetzt ??? Scheinbar hatten uns aber auch die anderen Boote beobachtet. Der Nachbar rief, ob wir einen zweiten Anker benötigten. Den hatten wir Gott sei Dank an Bord. Von den anderen Booten kamen gleich zwei mit Beibooten und baten uns Ihre Hilfe an. Ein Franzose und ein Kölner. Diese Hilfsbereitschaft fand ich phantastisch und war ein gutes Gefühl. Auch aus sprachlichen Gründen und weil er als erster da war, entschieden wir uns für den Kölner, auch wenn er am ganzen Körper tätowiert war. Davon ausgehend, daß jeder Skipper seine Freundin dabei hat, bat er mich, meine Freundin solle das Schiff weiter nach vorne manövrieren und an einer Stelle halten, sodaß er den Ersatzanker in seinem Beiboot an der noch vorhandenen Kette befestigen könne. Werkzeug hatte er gleich mit gebracht. Das ließ sich auch alles gut bewerkstelligen und die Jackpot konnte erneut ankern. Jetzt kam der zweite Part. Da unser Beiboot etwas stabiler war, ließen wir es zu Wasser. Der Engländer hatte sofort eine Peilung gemacht, wo ungefähr der Anker in die Tiefe gerauscht war. Bewaffnet mit 10 Meter Leine und einem Karabiner tasteten wir uns mit den zwei  Beibooten an die vermutete Stelle. Nach 2 -3 Taugängen hatten wir ihn gefunden. Ohne Tauchmaske und Flossen wäre hier nichts gegangen. Durch den Schlamm ist das Wasser nicht so klar und man mußte erst in die Tiefe gehen, um was zu sehen. Es brauchte dann nochmals 2-3 Versuche, bis wir den Anker am Haken hatten und unter Beifall der anderen Boote nach oben holten.

Stolz wie Oskar brachten wir den  Anker wieder an seine alte Stelle an und verstauten den Ersatzanker in der achterlichen Bachskiste. Jetzt war Zahltag. Der Kölner erzählte mir, daß er sich seit 7 Jahren mit seiner Freundin hier durchschlägt und es schwierig sei, einen Gelegenheitsjob zu bekommen. Also holte ich 50 Euro und eine Flasche Wein raus und Gitti machte noch ein Essenspaket fertig. Der Kölner und seine Freundin waren so in meinem Alter und strahlten und wir waren glücklich, dass uns so schnell und professionell geholfen wurde.

Gegen 15.00 Uhr lagen wir dann im südlichen Hafen Marina Menorca mit wunderschönen Blick auf die Altstadt mit Strom und Wasser.

……und nach 1 Stunde Abwesenheit von mir hatten wir auch wieder frisches Gas an Bord und die Meuterei auf der Jackpot konnte erfolgreich abgewendet werden. Die dann folgende Fischsuppe war hervorragend !!!!!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

marina

Kategorien: Logbuch

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